Warum nachleuchtende Sicherheitskennzeichnung unverzichtbar ist
Ein Stromausfall kann jederzeit eintreten. Durch technische Defekte, Brände oder Unwetter. In diesem Moment versagen elektrisch beleuchtete Rettungszeichen. Ohne sichtbare Kennzeichnung verlieren Mitarbeiter, Besucher und Rettungskräfte schnell die Orientierung.
Nachleuchtende Rettungszeichen lösen dieses Problem: Sie speichern Umgebungslicht und geben es im Dunkeln über Stunden wieder ab. Als passive Sicherheitslösung funktionieren sie unabhängig von Stromversorgung, Batterien oder zusätzlicher Technik.
Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A1.3) fordern, dass Fluchtwege und Notausgänge auch bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung erkennbar bleiben müssen. Nachleuchtende Schilder erfüllen diese Anforderung zuverlässig und unterstützen eine durchgängige Sicherheitskennzeichnung im Gebäude.
Besonders in langen Fluren, innenliegenden Treppenräumen oder fensterlosen Bereichen erhöht eine nachleuchtende Fluchtweg-Kennzeichnung die Orientierungssicherheit deutlich. An Richtungswechseln, Kreuzungen oder vor Treppenabgängen sorgt eine im Fluchtweg langnachleuchtende Beschilderung dafür, dass der weitere Verlauf des Rettungswegs klar nachvollziehbar bleibt. Auch nachleuchtende Notausgang-Schilder an Ausgängen und Notausstiegen verbessern die Sichtbarkeit im entscheidenden Moment. Insbesondere dann, wenn die Allgemeinbeleuchtung nicht mehr zuverlässig funktioniert.
Praxis-Tipp: Achten Sie bei der Auswahl besonders auf die Pfeilrichtung und die Platzierung an Stellen, an denen Beschäftigte oder Besucher im Ernstfall wirklich entscheiden müssen.
Normen für nachleuchtende Rettungszeichen – das müssen Sie wissen
Wer nachleuchtende Schilder beschafft, sollte die relevanten Vorschriften kennen. Hier sind die wichtigsten Normen im Überblick:
ASR A1.3 – Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung
Die Technische Regel für Arbeitsstätten definiert, wie Sicherheitszeichen in Betrieben anzubringen sind. Sie gilt für alle Arbeitgeber in Deutschland und verweist auf die Symbolik nach ISO 7010.
DIN EN ISO 7010 – Graphische Symbole
Diese internationale Norm legt die Gestaltung von Sicherheitszeichen fest. Die einheitlichen Piktogramme (z. B. E001 für Notausgang, F001 für Feuerlöscher) sorgen für länderübergreifende Verständlichkeit.
DIN 67510 – Langnachleuchtende Pigmente und Produkte
Diese Norm definiert die Anforderungen an nachleuchtende Materialien. Sie unterscheidet drei Leuchtdichte-Klassen:
- Klasse A: Grundanforderung, kurze Nachleuchtdauer
- Klasse B: Mittlere Nachleuchtdauer
- Klasse C: Hohe Nachleuchtdauer – empfohlen für Rettungswege
Unsere nachleuchtenden Rettungszeichen erfüllen mindestens die Anforderungen der Klasse C (langnachleuchtend) und mehr. Das bedeutet: Nach einer Aufladung durch Tages- oder Kunstlicht erreichen sie hohe Anfangsleuchtdichten und bleiben über mehrere Stunden hinweg klar erkennbar.
Darüber hinaus übertrifft die bei uns eingesetzte NAVILUX®-Qualität diese Mindestanforderungen deutlich: Die Abklingdauer liegt bei über 20 Stunden. Das sorgt für eine besonders lange Sichtbarkeit – auch dann, wenn ein Notfall länger andauert oder Bereiche nur eingeschränkt beleuchtet sind.
Für Sie bedeutet das:
- hohe Anfangshelligkeit in den ersten Minuten nach Lichtausfall
- langanhaltende Leuchtwirkung über viele Stunden
- zusätzliche Sicherheitsreserve gegenüber Standardlösungen

Nachleuchtende Schilder für jeden Einsatzbereich – eine Übersicht
Unser Sortiment umfasst alle gängigen Sicherheitszeichen mit Nachleuchteffekt:
Rettungszeichen (grün) – Flucht- und Rettungswege kennzeichnen
Brandschutzzeichen (rot) – Löscheinrichtungen kennzeichnen
Sonderformen und Zubehör
- Fluchtwegschilder selbstklebend und nachleuchtend – für schnelle Montage
- Fluchtweg Aufkleber nachleuchtend – ideal für Türen und Glasflächen
- Nachleuchtende Aufkleber für Notausgänge – in verschiedenen Größen
- Bodenmarkierungen langnachleuchtend – für bodennahe Fluchtwegleitsysteme
- Türgriff-Hinterlegungen, Treppenkantenprofile, Markierungsbänder
Materialien und Befestigungsarten von nachleuchtenden Rettungszeichen
Je nach Einsatzort und Anforderung stehen verschiedene Materialien zur Auswahl:
Kunststoff (Folie, selbstklebend)
Ideal für glatte Untergründe wie Wände, Türen oder Glasflächen. Die selbstklebende Rückseite ermöglicht eine schnelle Montage ohne Werkzeug. Geeignet für Innenbereiche.
Kunststoff (Hartschild)
Robuste Ausführung für anspruchsvollere Umgebungen. Montage durch Schrauben, Kleben oder Aufhängen. Langlebig und widerstandsfähig gegen mechanische Belastung.
Aluminium
Besonders langlebig und formstabil. Geeignet für Industrieumgebungen, Werkstätten und Außenbereiche. Beständig gegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen.
Montageformen im Vergleich
- Flachschild: Direkte Wandmontage, Betrachtung frontal
- Winkelschild: 90° abgewinkelt, beidseitig lesbar, ideal in Fluren
- Fahnenschild: Deckenmontage, beidseitig sichtbar, optimal in hohen Räumen
So wählen Sie die passenden nachleuchtenden Rettungszeichen
Die richtige Auswahl spart Zeit und sorgt für eine rechtskonforme Kennzeichnung. Beachten Sie diese fünf Punkte:
1. Erkennungsweite bestimmen
Die Schildgröße richtet sich nach der maximalen Fluchtweglänge. Faustformel nach ASR A1.3:
- 150 × 150 mm: Erkennungsweite bis 10 m
- 200 × 200 mm: Erkennungsweite bis 15 m
- 300 × 300 mm: Erkennungsweite bis 20 m
- 400 × 400 mm: Erkennungsweite bis 30 m
2. Montageort analysieren
Ist das Schild frontal sichtbar? Dann genügt ein Flachschild. In Fluren mit seitlicher Blickrichtung sind Winkelschilder besser geeignet. Bei hohen Decken empfehlen sich Fahnenschilder.
3. Beleuchtung sicherstellen
Nachleuchtende Schilder benötigen eine tägliche Aufladung durch Licht. Mindestens 15 Minuten direkte Beleuchtung (Tageslicht oder Kunstlicht ab 25 Lux) sind erforderlich. In dunklen Bereichen ohne ausreichende Beleuchtung sollten Sie elektrisch beleuchtete Rettungszeichen oder ein Sicherheitsleitsystem in Betracht ziehen.
4. Konsistenz im Gebäude wahren
Verwenden Sie durchgängig Piktogramme nach DIN EN ISO 7010. Einheitliche Symbole erleichtern die Orientierung und entsprechen den aktuellen Vorschriften.
Nachleuchtende Fluchtwegkennzeichnung richtig anbringen – Sichtbarkeit in 3 Ebenen
Nachleuchtende Kennzeichnung wirkt am besten, wenn sie richtig platziert ist. In der Praxis bewährt sich eine Sichtbarkeitslogik in drei Ebenen:
- Bodennah (ca. 0–40 cm): hilfreich bei Rauch/geringer Sicht, z. B. entlang von Fluchtwegen
- Sichtbereich (ca. 120–150 cm): Standard an Wänden, Türen, Pfeilern
- Hoch (ab ca. 180 cm): gute Fernwirkung, z. B. im Über-Tür-Bereich oder an Treppenaufgängen
Typische Fehler vermeiden
- Schilder werden durch Regale, offene Türen oder Einbauten verdeckt
- Kennzeichnung hängt in Bereichen ohne ausreichende „Lichtladung"
- Pfeilrichtung passt nicht zur tatsächlichen Fluchtwegführung
Häufige Fragen über nachleuchtende Rettungszeichen und Schilder
Wie lange leuchten nachleuchtende Schilder nach?
Schilder nach DIN 67510 Klasse C (langnachleuchtend) leuchten mindestens 3 Stunden. Unsere Schilder leuchten sogar über 20 Stunden (nach vollständiger Aufladung). Die Leuchtintensität ist in den ersten 10 Minuten am höchsten und nimmt dann langsam ab. Für die Orientierung im Notfall reicht die Leuchtkraft in der Regel deutlich länger aus als für normale Evakuierungszeiten.
Welche Größe brauche ich für mein langnachleuchtendes Fluchtweg-Schild?
Die Schildgröße hängt von der Erkennungsweite ab. Die ASR A1.3 gibt folgende Richtwerte vor:
- Bis 10 m Entfernung: mindestens 150 × 150 mm
- Bis 15 m Entfernung: mindestens 200 × 200 mm
- Bis 20 m Entfernung: mindestens 300 × 300 mm
- Bis 30 m Entfernung: mindestens 400 × 400 mm
Bei längeren Fluchtwegen oder ungünstigen Sichtverhältnissen sollten Sie die nächstgrößere Variante wählen.
Kann ich nachleuchtende Schilder selbst anbringen?
Ja. Selbstklebende Varianten lassen sich ohne Werkzeug direkt auf glatten, sauberen und trockenen Untergründen befestigen. Bei Hartschildern aus Kunststoff oder Aluminium ist eine Schraubmontage oder Befestigung mit Montagekleber möglich. Achten Sie auf die richtige Montagehöhe (Oberkante Schild 1,80–2,50 m über Boden) und eine gute Sichtbarkeit ohne Verdeckung durch Einrichtungsgegenstände.
Was ist der Unterschied zwischen nachleuchtend und langnachleuchtend?
Der Begriff „nachleuchtend" beschreibt allgemein Materialien, die Licht speichern und im Dunkeln abgeben. „Langnachleuchtend" bezeichnet Produkte, die die höheren Anforderungen der DIN 67510 Klasse C erfüllen – mit einer deutlich längeren und intensiveren Nachleuchtdauer. Für sicherheitsrelevante Anwendungen wie Rettungszeichen sollten Sie ausschließlich langnachleuchtende Produkte verwenden.